Beiträge mit dem Schlagwort: Waldtiere

Unsere Tiere stellen sich vor: der Schmetterling

Der Schmetterling in unserem Staunbaum

Hier fliegt unser Schmetterling um den Staunbaum
(Foto: Oliver Hanser)

Einen Schmetterling hat sicher jeder von euch schon mal gesehen. Die schmalen Tierchen mit den großen Flügeln gehören zur Gruppe der Insekten und flattern auch in Deutschland zahlreich durch die Lüfte. Viele von ihnen sind wunderbar bunt. Ihre Farbenpracht verdanken sie den so genannten Farbschuppen, durch die tolle Muster auf den Flügeln entstehen. Weitere Merkmale des Schmetterlings sind seine Facettenaugen, die aus vielen, vielen kleinen Linsen zusammengesetzt sind, und die langen Fühler. Kopf und Körper sind im Vergleich zu den Flügeln recht klein.

Weinschwaermer

Auf diesem Bild erkennt ihr die Facettenaugen und die langen Fühler des Weinschwärmers. Die vorderen Beine verwendet der Schmetterling als Bürste, mit der er sich nach dem Essen reinigen kann.
(Foto: Bernhard Henneck)

Schmetterlinge leben dort, wo Pflanzen wachsen, und sie fühlen sich fast überall auf der Welt wohl. Wenn ihr auf Wiesen und Feldern, an Büschen und im Wald sowie drumherum aufmerksam Ausschau haltet, entdeckt ihr sicher einige der hübschen Tierchen. Es gibt übrigens rund 150 000 Arten, auch (Nacht-)Falter, Schwärmer, Spanner, Spinner und Motten gehören dazu. Manche Schmetterlinge haben sehr interessante Namen, sie heißen zum Beispiel Eulen, Bären, Ordensbänder, Hausmutter, Admiral, Schachbrettfalter oder Bananenfalter. Ihren Namen verdanken diese Exemplare häufig der Zeichnung auf ihren Flügeln: Das an ein Eulenauge erinnernde Muster des Eulenfalters zum Beispiel schreckt Vögel ab und bewahrt ihn so davor, gefressen zu werden. Manche Schmetterlinge stellen in ihrem Körper Gift her, damit sie für Fressfeinde als Beute nicht infrage kommen.

Schwalbenschwanz

Auch der Schwalbenschwanz hat ein interessantes Muster auf seinen Flügeln
(Foto: Bernhard Henneck)

Der Schmetterling selbst sucht sich seine Nahrung in den Blumen. Mit seinem langen Rüssel saugt er den Nektar aus der Blüte. Wann er das tut, hängt davon ab, welcher Art er angehört. Manche suchen bevorzugt in der Dämmerung, andere gehen erst tagsüber oder sogar in der Nacht auf die Suche. Man unterscheidet deshalb zwischen Tag- und Nachtfaltern. Durch ihre Nahrungssuche tragen die Schmetterlinge zur Fortpflanzung der Blumen bei, weil sie Blütenstaub von Blume zu Blume tragen. Manche Schmetterlinge ernähren sich von Schweiß oder Blut, andere trinken den gärenden Saft aus Bananen. So kam der Bananenfalter zu seinem Namen. Es gibt sogar Schmetterlinge, die überhaupt nicht fressen, weil sie nur sehr kurze Zeit leben.

Schmetterling Admiral

Hier seht ihr einen Admiral an einer Distel
(Foto: Bernhard Henneck)

Wenn wir in unserem Garten einen schönen Schmetterling bewundern, hat er zuvor bereits mehrere Stadien durchlaufen und ist von der Raupe zur Puppe geworden, aus der er anschließend geschlüpft ist. Aber fangen wir von vorne an: Alles beginnt bei der Paarung. Nachdem diese vollzogen wurde, legt das Weibchen Eier ab, aus denen Larven schlüpfen. Das sind die Raupen. Diese kleinen Tierchen sind überaus gefräßig und legen in kurzer Zeit ordentlich an Gewicht zu.

Schwalbenschwanz Raupe

Die Raupe des Schwalbenschwanzes (Papilio machaon) ist selbst recht interessant gemustert
(Foto: Bernhard Henneck)

Tagpfauenauge Raupe

Bei der Raupe des Tagpfauenauges (Nymphalis io) heben sich die orangenen Stummelbeine auffällig von ihrem schwarzen Körper ab
(Foto: Bernhard Henneck)

Bevor aus ihnen ein Schmetterling wird, müssen sie sich verpuppen. Dazu spinnen sie sich mithilfe eines langen Fadens aus ihrem Körper in einen Kokon ein. Als Puppe tun sie gar nichts, auch das Fressen stellen sie in dieser Zeit ein. In ihrem Innern allerdings geschieht etwas: Die Raupe verwandelt sich in den Schmetterling. Sobald die Verwandlung abgeschlossen ist, platzt der Kokon und der Schmetterling schlüpft. Nach einigen Stunden, in denen er seine Flügel mit Blut vollgepumpt hat und sein Körper fest geworden ist, kann er zum ersten Mal losfliegen.

Schwalbenschwanz Puppe

Die Puppe des Schwalbenschwanzes (Papilio machaon)
(Foto: Bernhard Henneck)

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Mit dem Herzen lernen: die Premiere

Das Sprichwort hat sich bestätigt: Die kleinen Pannen bei der Vorpremiere haben uns am Sonntag eine wunderbare Premiere beschert. Über 180 kleine und große Gäste lauschten auf dem Schlossplatz der Mainau den Geschichten unserer Waldtiere. Die trafen sich wieder an unserem Staunbaum und erzählten munter aus ihrem Leben. Das waren natürlich keine langweiligen Biologievorträge: Mal reimend, mal lispelnd und mit Berliner Schnauze erklärten die Tiere, welche Bedingungen sie für ein artgerechtes Leben brauchen.

Nicht nur die Zuschauerkinder waren davon begeistert. Als unsere Schirmherrin Sandra Gräfin Bernadotte die Aufführung um 15 Uhr eröffnete, saßen viele erwachsene Gäste im Publikum. Für sie enthielt das Stück viele kleine Scherze, die auch Erwachsene unterhalten. Die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache. Sie stiegen sofort in die Geschichte ein, lachten viel und machten freudig mit.

Hier im Gespräch: das Wildschwein und der Rabe

Was sich Wildschwein und Rabe wohl zu erzählen hatten?

Besonders beliebt waren der lispelnde Fuchs, der charmant berlinerte, und das beeindruckend große Wildschwein. Dieses suchte erst schwerfällig grunzend die ganze Bühne nach Essbarem ab, seufzte dann mit tiefer Stimme „Hunger“ und rieb sich genüsslich an der Rinde der Linde. Erschöpft widmete es sich anschließend ganz seiner großen Leidenschaft: endlich wieder ausruhen und im Schlamm suhlen. Warum es so gerne Schlammbäder nimmt, wurde natürlich noch erklärt, und schließlich erfuhren die Kinder auch, welche Bedeutung dem Staunbaum zukommt.

Außerdem lernten sie, dass der Igel nachtaktiv ist. Er war völlig genervt von der Unruhe auf der Bühne, weil er sich tagsüber ausruhen muss, und hielt eine aufgeregte Rede über die Unzulässigkeit von Ruhestörungen. Als ihn der ach so schlaue Fuchs dann trotz lautstarker Warnungen der Kinder verspeisen wollte, fuhr er allerdings seine Stacheln aus, sodass der Fuchs lautstark jammernd ob der Schmerzen die Bühne verließ. Die Maus Mickey erschien erst, als sie ganz sicher war, dass das Wildschwein weg war, kommentierte mit piepsiger Stimmer in schwyzerdütschem Dialekt das Geschehen und begnügte sich damit, das zu essen, was das Wildschwein übriggelassen hatte: Sie verspeiste Würmer und Maden.

Die Kinder konnten ihren eigenen kleinen Staunbaum in ein Töpfchen pflanzen

Nach der Aufführung ging es ans Pflanzen.

Nach der Aufführung erhielten die Kinder Samen und pflanzten ihren eigenen kleinen Staunbaum in ein Töpfchen. Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an das Garten-Center Spiegel in Konstanz, das uns die Töpfchen und die Erde zur Verfügung gestellt hat. Am Stand der Grünen Schule blickten die Kinder durch Mikroskope (so sieht ein Lindenblatt also von ganz Nahem betrachtet aus!), und wer wollte, konnte das Wildschwein, das Eichhörnchen oder die Maus Mickey streicheln. Da ließen sich die Kinder natürlich nicht lange bitten. Für unsere erwachsenen Besucher gab es Infostände von unseren Partnern BUND, PLENUM und Grüne Schule Mainau. Bevor es nach Hause ging, durfte jedes Kind noch einen leckeren Lindenblütentee mitnehmen (vielen Dank an Salus!).

Eine unserer Besucherinnen war übrigens Nese Erikli, Bundestagskandidatin und Vorstandsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Konstanz. Dass die Tiere Dialekt sprachen, gefiel auch ihr richtig gut, und sie freut sich darauf, unser Staunbaumprojekt zu unterstützen: „Das Projekt Staunbaum finde ich pädagogisch sehr wertvoll und eine tolle Idee, besonders weil die Kinder spielerisch an ihre Umwelt herangeführt werden. Dadurch werden die Kleinen schon früh für den nachhaltigen Umgang mit unserer Natur sensibilisiert.“

Die Premiere war eine tolle Bestätigung dafür, dass die Botschaft des Staunbaums, die Bedeutung von Natur- und Umweltschutz, den Kindern über die spielerische Interaktion nachhaltig vermittelt werden kann. Irmi Wette sagt dazu: „Wenn Kinder mit den Tieren reden und ihnen zugehört wird, trägt das natürlich dazu bei, dass sich die Kinder auch mit dem Herzen angesprochen fühlen.“

Strahlende Gesichter auf dem Gruppenfoto mit Irmi Wette und den Waldtieren

Strahlende Gesichter: Regisseur Walter Koch, technischer Helfer Bernhard Morgenstern, Schirmherrin Sandra Gräfin Bernadotte, Irmi Wette und MdB Andreas Jung (von links).

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Morgen, Kinder, wird’s was geben …

Bevor es endlich so weit ist, haben wir noch ein paar Informationen zu unserem Staunbaum-Projekt für euch. Ihr wisst ja schon, dass die Premiere morgen am Schloss auf der Insel Mainau stattfinden wird. Um 15 Uhr erfahrt ihr, wie unser Staunbaum – er ist übrigens eine Linde – aussieht und was die Tiere im Wald umtreibt. Eine Karte für die Premiere kostet 5 Euro, der Eintritt für die Insel ist darin enthalten. Vor dem Schloss wurde ein großes, wetterfestes Zelt aufgebaut, damit ihr vor Regen und Sonne geschützt seid.

Habt ihr schon mitbekommen, dass wir unseren Staunbaum-Malwettbewerb verlängert haben? Ihr könnt eure Bilder bis zum 8. Juli an die Konstanzer Puppenbühne schicken. Es sind schon einige tolle Kunstwerke eingegangen und wir sind sehr gespannt, was euch noch zu unserem Staunbaum einfallen wird. Das Mitmachen lohnt sich: Die Siegerinnen und Sieger bekommen tolle Preise. Auf euch warten eine Familienjahreskarte für die Insel Mainau, eine Aufführung für euren Kindergarten oder eure Grundschule, Bücherpreise vom Bücherschiff Konstanz, ein Kreativpaket von Kreativpoint Kornbeck und viele weitere tolle Gewinne.

Auf der Mainau gibt es viel zu entdecken: Zur Einstimmung auf euren Ausflug auf die Insel gibt es heute noch ein paar Eindrücke für euch. Wir freuen uns darauf, euch morgen zur Premiere begrüßen zu dürfen!

Im Garten für Alle auf der Insel Mainau kann man Pusteblumen fliegen lassen: in einer Ecke stehen sie dicht an dicht.

Diese Pusteblumen haben wir im Garten für Alle entdeckt
(Foto: Timo Henneck)

Diese und viele weitere farbenprächtige Blumen könnt ihr im Schmetterlingshaus bestaunen
(Foto: Timo Henneck)

Rote Blume Schmetterlingshaus Mainau

(Foto: Timo Henneck)

Schmetterling Mainau

Im Schmetterlingshaus flattern leuchtend bunte Schmetterlinge durch die Luft. Wenn ihr Glück habt, lässt sich einer auf eurer Hand nieder. Wartet, bis er seine Flügel aufklappt und euch sein buntes Muster zeigt.
(Foto: Timo Henneck)

Echse Mainau

Dieses gut getarnte Tierchen nimmt gerade ein Sonnenbad. Wenn ihr es auch einmal dabei beobachten wollt, müsst ihr euch auf den Weg zum Turm machen.
(Foto: Miriam Muschkowski)

Steineulen Mainau

Findet ihr heraus, wo dieses Pärchen steht?
(Foto: Timo Henneck)

Ein Schwan am Ufer der Insel Mainau

Wenn ihr den Einlass der Insel passiert habt, achtet nach der Brücke auf das Ufer rechts von euch. Wir haben dort diesen Schwan getroffen. Auch Enten fühlen sich dort wohl.
(Foto: Timo Henneck)

Hexenbaum Mainau

Tretet ein in die verwunschene Welt der Hexen und Zauberer …
(Foto: Timo Henneck)

Ästewald Mainau

Um diesen ungewöhnlich gewachsenen Baum zu entdecken, müsst ihr euch sehr aufmerksam umschauen, denn von außen ist er so nicht zu sehen …
(Foto: Miriam Muschkowski)

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Unsere Tiere stellen sich vor: der Fuchs

Rotfuchs (vulpes vulpes)
In der Tierfabel: Reineke Fuchs

Intelligenz

Dem Fuchs wird nachgesagt ein schlaues Kerlchen zu sein. Wie kommt er eigentlich zu diesem Ruf?

Der Fuchs ist tatsächlich ein intelligentes Tier: Er lernt schnell und nutzt sein Wissen für kluge Überlebensstrategien. Er kann sich ganz unterschiedlichen Bedingungen anpassen und ist damit nicht abhängig von einer bestimmten Lebensweise oder dem Nahrungsangebot  so sichert er sich einen weiträumigen Lebensraum und Schutz vor der Ausrottung. Dabei dringt er immer weiter in vom Menschen besiedelte Gebiete vor. Mit etwas Glück kann man in vielen Städten nachts neben einem Fuchs die Straße überqueren.

Die sprichwörtliche Schläue des Fuchses hat sich auch in unserem Sprachgebrauch niedergeschlagen. Wir kennen Begriffe und Wendungen wie ausgefuchst, schlau wie ein Fuchs/Schlaufuchs oder einfach Fuchs (Du Fuchs!), Sparfuchs. 

Staunbaum: unser Fuchs

Unser Fuchs ist natürlich auch ein schlaues Kerlchen

Merkmale

Der Fuchs ist ein Raubtier und wird den Hundeartigen zugeordnet, ist also ein Verwandter von Hund und Wolf. Äußerlich unterscheidet er sich von einem Hund durch seine kürzeren Beine und den längeren Körper und vor allem durch seinen langen, buschigen Schwanz. Sein Fell ist rotbraun, die Wangen, der Bauch, die Innenseite seiner Beine sowie die Schwanzspitze sind weiß abgesetzt. Der Fuchs hat große Ohren und eine spitze Schnauze mit einer schwarzen Nase.

Das wendige Tier ist ein guter Springer und ein schneller Läufer. Es lebt in weiten Teilen Europas, im Norden Afrikas, in Asien und in Nordamerika. Sogar in Australien ist der Fuchs anzutreffen, dorthin hat ihn allerdings der Mensch gebracht. Ihr habt ja schon gelesen, dass der Fuchs sehr anpassungsfähig ist, und wundert euch daher sicher nicht, wenn ich euch sage, dass er nicht nur im Wald, sondern auch an Küsten, Halbwüsten und im Hochgebirge zu Hause ist. In nördlichen Gefilden bis hinein in die Arktis lebt der Eisfuchs, in Nordafrika der Wüstenfuchs, und in den Steppen in Zentralasien ist der Steppenfuchs heimisch.

Nahrung

Was frisst so ein Fuchs eigentlich gerne? Ihr wisst ja schon, dass er nicht wählerisch ist. Tatsächlich frisst er so ziemlich alles: Mäuse, Wühlmäuse, Regenwürmer, Schnecken, Heuschrecken, andere Insekten, Vögel und Vogeleier, Eidechsen, Frösche, Früchte und Beeren, Schlachtabfälle und Aas. Und ja, es stimmt, was man in vielen Büchern liest: Der Fuchs mopst auch mal ein Huhn aus dem Hühnerstall.

Staunbaum: unsere Maus

Eines der Beutetiere des Fuchses ist die Maus. Unser Mäuschen hat von unserem Fuchs allerdings nichts zu befürchten.

Er selbst muss sich kaum fürchten. Seine früheren Feinde Wolf und Adler stellen kaum noch eine Bedrohung dar und die Fuchspelzjagd gehört der Vergangenheit an. In Gebieten, in denen Füchse aus anderen Gründen bejagt werden, muss er sich außerhalb der Schonzeit allerdings in Acht nehmen.

Verhalten

Anders als andere Hundeartige sind Füchse übrigens keine Rudeltiere, sondern Einzelgänger, die alleine leben und jagen. Dabei meiden sie das Tageslicht, erst mit der Dämmerung werden sie aktiv und stöbern mithilfe ihres Gehörs und des Geruchssinns ihre Beute auf. Ihre Tasthaare an der Schnauze und an den Pfoten leisten ihnen dabei ebenfalls gute Dienste.

Der Schlafplatz des Fuches ist sein unterirdischer Bau, der dank seines Höhlensystems viele Eingänge und Fluchtwege besitzt. Habt ihr gewusst, dass sich der Fuchs seinen Bau häufig mit anderen Tieren teilt?

In der Paarungszeit lebt der Fuchs für eine Weile mit der Füchsin, Fähe genannt, zusammen. Die Fähe bringt drei bis fünf Junge zur Welt, die von den Eltern gemeinsam aufgezogen werden.

Der Fuchs wird bis zu zwölf Jahre alt.

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Unsere Tiere stellen sich vor: das Eichhörnchen

Sciurus vulgaris, Rothörnchen

Das Eichhörnchen gehört zu den Hörnchen, einer großen Familie der Nagetiere. Man unterscheidet bei den Hörnchen zwischen Baumbewohnern, Erdhörnchen und Flughörnchen. Vielleicht habt ihr schon mal die Bezeichnung Baumhase für das Eichhörnchen gehört? Die kommt nicht von ungefähr, denn dieses Tier ist ein flinker Kletterer, der sich in Windeseile in den Bäumen bewegt.

Staunbaum Eichhoernchen

Auch unser Eichhörnchen ist ein echter Rotschopf

Ein auffälliges Merkmal des possierlichen Tierchens ist sein großer buschiger Schwanz. Der ist übrigens beinahe so lang wie sein Körper und sehr nützlich: Das Eichhörnchen hält mit dem Schwanz das Gleichgewicht und verwendet ihn bei seinen Sprüngen von Baum zu Baum als Steuer. Im Winter ist er eine kuschlige Decke. Hilfreich sind auch die Tasthaare an Kopf und Körper, die wie feine Messfühler funktionieren: Das Eichhörnchen spürt mit ihnen seine Umgebung und hält Abstand, wo es nötig ist.

Insgesamt bringt es das Eichhörnchen auf eine Körperlänge von bis zu 25 Zentimetern, dabei wiegt es nicht mehr als 500 Gramm. Sein Fell ist meistens rot, Bauch und Brust sind weiß. Es ist tagaktiv, zum Schlafen zieht es sich nachts in sein Nest, den sogenannten Kobel, zurück.

Eichhörnchen leben im Wald und sind fast überall in Europa und Asien zu Hause. Sie mögen vor allem Nadelwälder, leben bei gutem Futterangebot aber auch in jedem anderen Waldgebiet oder in Parkanlagen. Dort sind die Tiere oft so an Menschen gewöhnt, dass sie sich gerne von ihnen mit Nüssen für ihren Wintervorrat versorgen lassen. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, holen sich die zutraulichen Kerlchen die Nüsse direkt aus der Hand. So manches Eichhörnchen spart sich so vor dem Winter eine Menge Sucherei.

Eichhörnchen füttern

Hmmm, mal schnuppern …
Bild: Timo Henneck

Eichhörnchen füttern Königsfeld

Dieses Eichhörnchen hat keine Scheu, sich an der Hand eines Menschen festzuhalten, schließlich gibt es hier eine Nuss zu holen!
Bild: Timo Henneck

So ein Ausflug in einen Eichhörnchenwald ist ein tolles Erlebnis. Wenn ihr das auch mal erleben möchtet, solltet ihr versuchen an einem ruhigen Tag in den Wald zu gehen, dann habt ihr bessere Chancen auf viele nette Begegnungen mit den Tierchen. Achtet darauf, nicht zu viel Lärm zu machen, damit ihr sie nicht erschreckt.

Neben Nüssen fressen Eichhörnchen auch Baumsamen, Triebe, Beeren, Obst, Knospen und Pilze. Außerdem stehen Vogeleier, Jungtiere, Insekten und Schnecken auf ihrem Speiseplan. Ihren Wintervorrat, der hauptsächlich aus Nüssen und Eicheln besteht, vergraben sie entweder in der Erde oder sie verstecken ihn in Baumlöchern- oder ritzen. Weil die Tiere ziemlich vergesslich sind, werden im Winter nicht alle Vorratslager geleert. Die versteckten Samen keimen im folgenden Frühjahr und es entstehen neue Bäume und Sträucher.

So ein Eichhörnchen kann übrigens ziemlich alt werden: bis zu zwölf Jahre. Die meisten erreichen dieses Alter in ihrer natürlichen Umgebung aber nicht, denn das Eichhörnchen hat auch Feinde: es muss sich vor Greifvögeln, Baummardern und Zobeln in Acht nehmen.

Die Fortpflanzung findet bei den Eichhörnchen witterungsabhängig in der späten Winterzeit oder während des Frühjahrs und Sommers statt. Während der Paarungszeit jagt das Männchen das Weibchen kreuz und quer durch den Wald, bevor es zur Paarung kommt. Nach der Tragezeit (38 Tage) bringt das Weibchen drei bis fünf Junge zur Welt, die blind und nackt sind und im Nest gesäugt werden. Nach neun Wochen sind die Nesthocker bereit das Nest zu verlassen.

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Unsere Tiere stellen sich vor: die Spinne

Weiter geht’s in unserer Reihe mit der Spinne. Das Exemplar in unserem Stück stellt sich im Folgenden selbst näher vor.

„Ich bin die Spinne und gehöre zur Ordnung der Spinnentiere (Arachnida). Bei vielen Menschen bin ich sehr unbeliebt. Anders als gemeine Insekten habe ich wie alle Spinnentiere acht Beine und bin somit leicht als Spinne zu identifizieren. Manche von uns Spinnen sind behaart (zum Beispiel die Vogelspinne), andere haben ein schönes Muster – ich als Kreuzspinne etwa habe ein Kreuz auf dem Rücken.

Unsere Spinne

Unsere Spinne

Die größte Klasse unter uns bilden die Webspinnen (Araneae) mit mehr als 40.000 Arten, zu denen auch ich gehöre. Wir sind diejenigen Spinnen, die die feinen Netze weben, in denen wir unsere Beute, fliegende Insekten, fangen. Ist uns ein Opfer ins Netz gegangen, ergreifen wir es mit unseren Kieferklauen und töten es mit unserem Gift. Dazu reicht ein einziger Biss.
Meine Freundinnen, die keine Netze bauen, sind entweder Jagdspinnen – zum Beispiel Springspinnen, die bis zu 30 Zentimeter weit springen können – oder Lauerjäger, die ihrem Opfer aus dem Hinterhalt auflauern und es zur Vorratshaltung zu einem Päckchen zusammenschnüren.

Für die Fortpflanzung bedienen wir Spinnen uns der verschiedensten Balzmethoden. Da gibt es das eingesponnene Insekt als Brautgeschenk, das das Listspinnenmännchen dem Weibchen anbietet, oder das Wolfsspinnenmännchen, das seine Auserwählte mit einem Tanz umwirbt; das Fettspinnenmännchen hingegen webt unterschiedliche Elemente ins Netz des Weibchens.
Ist es zu einer Befruchtung gekommen, legt das Weibchen bis zu 2000 Eier, die es in einen Eikokon einspinnt, um sie vor Feinden zu schützen. Bei der Geburt sind die Jungspinnen schon recht weit entwickelt; sie werden sich in ihrem Leben bis zu 20 Mal häuten.
Wie alt wir Spinnen werden, hängt davon ab, welcher Art wir angehören. Die kleinen heimischen Spinnen werden nicht älter als ein Jahr, eine Vogelspinne dagegen kann bis zu 27 Jahre alt werden.

Mehr Informationen zu meinen Artgenossen gibt es zum Beispiel hier und hier.“

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Unsere Tiere stellen sich vor: der Uhu

Unser Staunbaum-Projekt schreitet voran! Bis es so weit ist und unsere neuen tierischen Darsteller ihren großen Auftritt haben, stellen sich Ihnen unsere fertigen Tiere schon einmal vor. Den Anfang macht der Uhu. Los geht’s!

Der Uhu (Bubo bubo)

Unser Uhu

Unser Uhu

Der Uhu, Vogel des Jahres 2005, ist ein nachtaktiver Greifvogel und die größte europäische Eule (weltweit gibt es ungefähr 160 verschiedene Eulenarten). Im Deutschen bekam der Uhu seinen Namen aufgrund seines Balzrufes, der wie „buoh-buoh“ klingt. Man findet den Uhu in Deutschland vor allem in den Mittelgebirgen Süd- und Westdeutschlands, in den Alpen und in Schleswig-Holstein. Er gehört zu den schutzbedürftigen Tierarten.

Der Uhu ist ein auffälliger Vogel: Mit einer Körpergröße von rund 70cm und einer Flügelspannweite von bis zu 180cm, dem großen, runden Kopf und den orangefarbenen Augen hebt er sich deutlich von anderen Vögeln ab. Das in verschiedenen Brauntönen gehaltene Gefieder dient als hervorragende Tarnung. Im Vergleich mit anderen großen Vögeln ist der Uhu ein Leichtgewicht und bringt höchstens 3,2 Kilogramm auf die Waage. Er hat eine Lebenserwartung von 25 bis 30 Jahren.

Der Uhu kann aus einem reichhaltigen Nahrungsangebot wählen. Zu seinen Beutetieren gehören Feldmäuse, Ratten, Igel, Kaninchen, Feldhasen und kleine und große Vögel, manchmal sogar Fische oder Amphibien.

Ab Mitte März bis Mitte April ist bei der Uhu-Familie Nachwuchs angesagt, dann legt das Weibchen bis zu fünf Eier in eine Felsnische oder eine Höhle. Diese brütet es fünf Wochen lang aus, während sich das Männchen um die Futtersuche kümmert. Sind die kleinen Uhus auf der Welt, dauert es neun bis zehn Wochen, bis sie flügge sind und ihre Eltern bei der Jagd begleiten können. Im Herbst werden sie selbstständig und verlassen ihre Eltern.

Ausführliche Infos über den Uhu gibt es unter anderem beim NABU und im Kindernetz des SWR.

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